Paramentik - was ist das?
Paramente sind Textilien, die der Gestaltung von Gottesdiensträumen und dem Gebrauch im Gottesdienst dienen. Vom lateinischen parare mensam, wörtlich übersetzt: "den Tisch bereiten", leitet sich der Begriff Paramentik ab, der das textile Kunsthandwerk im Bereich der Kirche bezeichnet.
Es wird unterschieden zwischen der Umhüllung von Gegenständen und sakralen Orten und der Gewandung von Menschen im Gottesdienst.
Paramentik - seit wann?
Die früheste Darstellung von Paramenten ist aus dem 6. Jahrhundert überliefert. Ein Mosaik in der Kirche San Vitale in Ravenna, Italien, zeigt Altartuch und Altarbekleidung.
Ein Verzeichnis liturgischer Gewänder in Rom stammt aus dem 9. Jahrhundert.
Der heute bekannte Farbkanon der liturgischen Farben Weiß, Rot, Grün und Violett wurde unter Papst Innozenz III. im 12. Jahrhundert festgelegt.
Als Erneuerer der Paramentik gilt Pfarrer Wilhelm Löhe. Eine seiner Schriften, Vom Schmuck der heiligen Orte, ließ 1858 den Plan in ihm reifen, einen Paramentenverein zu gründen.
In der Folgezeit entwickelte sich das Kloster St. Marienberg unter Domina Charlotte von Veltheim zu einem wichtigen Zentrum für die Neubegründung und Weiterentwicklung der evangelischen Paramentik.
Wichtige Impulse für die Arbeit der Paramentik gingen in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vom Schriftkünstler Rudolf Koch aus.